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Nachrichten aus der Spreeaue

 

 

Februar 2017 - Der Elbebiber (Castor fiber fiber)


Mit der Renaturierung der Spreeaue haben sich viele Tierarten neu oder wieder eingefunden, die in den neuen Strukturen gute Lebensbedingungen vorfinden.


Eine Tierart, die sich in den letzten Jahren besonders auch in Brandenburg ausbreitet, ist der Elbebiber, eine Unterart des europäischen Bibers (Castor fiber). In Deutschland war der Biber bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch direkte Verfolgung und Lebensraumzerstörung flächendeckend ausgerottet. Lediglich an der Mittelelbe existierte noch ein isoliertes Vorkommen von ca. 200 Tieren.
Von dort aus breitete sich die inzwischen streng geschützte Art durch natürliche Wanderungen entlang der Wasserläufe immer weiter aus. Zudem wurden bereits seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gezielte Wiederansiedlungen in vielen Gebieten Deutschlands vorgenommen. Den jetzigen Bestand in Brandenburg schätzt man auf knapp 3000 Tiere.

In der Cottbuser Spreeaue ist der Biber seit einigen Jahren aktiv. Besonders die renaturierte Spree mit der großen Anzahl von Ufergehölzen bietet dem Biber reichlich Nahrung und Verstecke. In den letzten beiden Jahren hat seine Fraßtätigkeit allerdings deutlich zugenommen. Auf beiden Seiten der Spree und an den Nebengerinnen gibt es kaum einen Bestand von Ufergehölzen, der nicht betroffen ist. Sehr gern nehmen die Biber junge Weidenbestände an. In diesen werden meist mehrere benachbarte Stangen in kurzer Zeit abgenagt und ins Wasser gezogen. Daneben werden auch größere Bäume von ca. 10 – 25 cm Durchmesser gefällt, von denen dann die dünneren Äste einzeln abgenagt und abtransportiert werden.

 

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Ganze Arbeit - die Stelle liegt im Teichgebiet   Meister Biber ist wohl letzte Nacht nicht ganz fertig geworden
 
Ganze Arbeit - die Stelle liegt im Teichgebiet   05.12.2016 vormittags - Meister Biber ist wohl letzte Nacht nicht ganz fertig geworden

 

An etlichen Stellen haben die Biber aber auch Bäume von deutlich mehr als 30 cm Durchmesser gefällt. Die gefällten Bäume werden entastet, die größeren Äste in Stücke zerlegt und zum Biberbau oder zu den Fraßplätzen transportiert.

 

Praktisch - hier kann der Biber die kleinen Äste gleich im Wasser abtransportieren   Der Biber als Brückenbauer
 
Praktisch - hier kann der Biber die kleinen Äste gleich im Wasser abtransportieren   Der Biber als Brückenbauer

 

Oftmals findet man an den liegenden Stämmen dann großflächig abgenagte Flächen ohne Rinde. Die Rinde ist die Hauptnahrung der Biber im Winter. Ab und zu stehen am Ufer einzelne große, alte Laubbäume, bei denen nur die Rinde in Reichhöhe der Biber abgenagt wurde. Diese Bäume gehen dann natürlich ein und müssen gefällt werden. 

 

Hierher kommt der Biber zum Fressen der Rinde solange diese noch grün ist   Am Waldrand im alten Auwaldbestand an der Fehrower Brücke
 
Hierher kommt der Biber zum Fressen der Rinde solange diese noch grün ist   Am Waldrand im alten Auwaldbestand an der Fehrower Brücke

 

Bisher sind die Biber nicht durch die Bildung von Dämmen zum Anstauen des Gewässers aufgefallen. In der Spree haben sie das auch nicht nötig, da ihnen eine Wassertiefe von mindestens 50 cm ausreicht, um ungesehen ihre unter Wasser liegenden Eingänge zum Biberbau zu benutzen. Bei den Nebengerinnen könnten sie schon eher auf den Gedanken kommen.

 

Ich werde über das gesamte Jahr die Tätigkeit der Biber beobachten und an dieser Stelle darüber berichten. Zur Illustration des Bibertreibens habe ich einige Fotos beigefügt. Leider habe ich die Biber selber noch nicht vor die Linse bekommen. Da sie nachtaktiv sind, muss ich über eine andere Taktik nachdenken.

 

(Text und Bilder: Dietmar Haufe)

 

 

September 2016 - Abfischen in der Spreeuaue

  
Endlich mal einen Fisch in der Hand halten! Normalerweise ist das gar nicht so einfach, da sie einem wegflutschen. Doch wenn 6 Männer einen 10 kg Eimer voll Karpfen gefüllt haben, braucht man einfach nur zuzugreifen.
Ich bekam die Möglichkeit, Herrn Junghanns und seinen Kollegen beim Abfischen zu „helfen“, denn eigentlich war ich nur da, um Fotos zu machen. Am 28. September wurde um 8 Uhr das Wasser aus dem Oberteich in der Spreeaue gelassen,
um die K1-Karpfen umzusiedeln. Obwohl es sehr kalt war, hatten alle - ich auf jeden Fall – Spaß dabei. Nach dem Einfangen mussten die Karpfen von anderen Fischarten getrennt werden, welche nichts in einem KARPFENteich zu suchen haben.
Es war interessant, die Fische unterscheiden zu können, welche ich auf einem Teller nicht wiedererkennen könnte. Die aussortierten Fische werden als Tierfutter weiterverarbeitet.
Im Endeffekt hatten wir eine reine Karpfenmasse von 200 kg gefangen, welche dann in den Musikantenteich umgesetzt wurden. Dort überwintern sie und dienen zusätzlich als Nahrung für den Fischotter.

 

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Die Fischer bilden einen Halbkreis zur Uferseite hin und ziehen die Unterseite des Netzes am Boden entlang, während die andere Seite oben schwimmt.
Unter Wasser schwimmen die Fische in das Netz, ohne dass sie es merken und können nicht mehr fliehen. Dann wird die Unterseite aus dem Wasser gehoben.

Die Tiere sind nun eingefangen.

 

    



Folgende Fischarten wurden aussortiert (v.l.n.r.): Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) und Plötze (Rutilus rutilus, auch als Rotauge bekannt).

 

     



Da ich diesmal "nur" Fotos machte und den Fischern bei der Arbeit zusah, wurde mir angeboten, bei der nächsten Umsiedlung im April, selbst Hand anzulegen.
Und ja! Warum nicht? Es ist eine Erfahrung wert und ich nutze jede Gelegenheit, der Natur ein Stück näher zu sein, auch wenn es bedeutet, im kalten Wasser zu stehen.

(Text und Bilder: Anna Roth, Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturkundezentrum Spreeaue e.V. in Dissen)

 

  

Oktober 2014 - Ulrike Finck interviewt Vereinsmitglied Peter Krause zur Spreeaue

 

 

Am 07.10.2014 besuchte die Wetterfee Ulrike Finck die Spreeaue. Bei der angekündigten Führung durch die Spreeaue mit 8 Gästen hat unser Vereinsmitglied Peter Krause auch die Journalistin über das Projekt informiert.

 

Hauptanliegen für die abendliche Wettervorhersage beim RBB waren zwar die Auerochsen, aber Peter Krause hat auch die Gelegenheit genutzt über die Teufelsskulptur, einschließlich der sagenhaften Bedeutung, und die Arbeit des Vereins zu informieren. Im lockeren Gespräch konnte auch über Naturschutz und Hochwasserschutz gesprochen werden.

 

 

Dezember 2012 - Wetterstation im Spreeauenhof eingeweiht

 

Am 03. Dezember 2012 wurde, neben der neuen Pelletheizung auch die neue und hochmoderne Wetterstation vom Typ "Thies Clima" eingeweiht. Sie erfasst nun im Abstand von 15 Sekunden verschiedene Parameter, darunter unter anderem die Temperatur, Niederschlagsmenge, Windstärke und -richtung, Luftfeuchte, die Bodentemperatur in verschiedenen Tiefen und den Grundwasserpegel. Mit Hilfe dieser Daten erhofft sich auch das Unternehmen Vattenfall bzw. LEAG für die Zukunft grundlegende Erkenntnisse über die Auswirkungen der Renaturierung der Spreeaue nördlich von Cottbus. Daher konnte Vattenfall als Sponsor für die Wetterstation gewonnen werden, wofür sich der Verein Naturkundezentrum Spreeaue e.V. recht herzlich bedankt.

Weiterhin sollen die Daten über einen langen Zeitraum gesammelt und archiviert werden, so dass mehr und mehr Rückschlüsse auf die Folgen des Klimawandels für die Region gezogen werden können.

 

 

Die neue Wetterstation auf der Streuobstwiese.

(Foto: K. Strutzberg)

 

Oktober 2012 - Aussichtshügel in der Spreeaue eingeweiht

 

Nach mehreren Monaten Bauzeit ist die Spreeaue um eine Attraktion reicher: am 17. Oktober 2012 weihten Vertreter Vattenfalls und der Bürgermeister der Gemeinde Dissen-Striesow Fred Kaiser gemeinsam mit vielen Schaulustigen den neuen Aussichtshügel ein.

Besucher der Spreeaue können aus einer Höhe von ca. acht Metern ihre Blicke über die umliegende Landschaft und die neu angelegten Strukturen schweifen lassen.

Für den Hügel wurden ungefähr 30.000 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet. Dies entspricht etwa 3.000 LKW-Fuhren. Wäre der Bau des Aussichtshügels direkt vor Ort nicht möglich gewesen, hätten die Bewohner der umliegenden Dörfer diese 3000 Transporte verteilt über mehrere Wochen und Monate ertragen müssen.

 

Auf dem Aussichtshügel erwarten den Besucher nicht nur Sitzgelegenheiten zum Entspannen, sondern auch eine kleine (große) Attraktion und Referenz an die sorbisch-wendische Sagenwelt. Es ist eine riesige Holzskulptur, welche den Teufel mit einem Ochsengespann beim Pflügen darstellt. Der Sage nach rissen diese aus, so dass sie mit dem Pflug unkontrolliert durch die Landschaft preschten. So entstand der Spreewald mit den vielen großen und kleinen Fließen.

Die Skulptur wurde vom Cottbuser Holzkünstler Hans-Georg Wagner geschaffen. Als Material wählte er Eichenholz. Um die riesige Skulptur zu erschaffen, arbeitete er über fünf Monate jeden Tag bei Wind und Wetter in der Spreeaue. Insgesamt benötigte er ungeähr 15 Kubikmeter Holz, denn Skulptur ist immerhin drei mal sieben Meter groß.

 

       

 

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März 2012 - Naturkundezentrum Spreeaue e.V. erhält Spende von der Sparkasse Spree-Neiße

 

Am 08. 2012 März übergaben Vetreter der Sparkasse im Rahmen einer kleinen Feier im Lobedanhaus an 16 Vereine der Region Spenden in einer Gesamthöne von 27 800 Euro. Das Geld stammt traditionell aus der PS-Lotterie. Auch unser Verein war unter den Empfängern, Vereinsvorsitzender Detlef Witt sowie Ulrich Günther und Dietmar Haufe durften von Herrn Bernd Kühner (Direktor Cottbus Nord) und Herrn Nico Jarick (Geschäftsstellenleiter Cottbus Center Sielow) einen Scheck über 1500 Euro entgegen nehmen.

Der Verein Naturkundezentrum Spreeaue e.V. bedankt sich recht herzlich! 

 

 

Februar 2012 - Vertragsunterzeichnung für das Interreg 4A Projekt "Wärme aus einheimischer Biomasse" im Spreeauenhof

 

Am Freitag, den 24. Februar 2012, 11 Uhr fand im Spreeauenhof Dissen die Unterzeichnung eines Interreg 4A Förderprojektes statt, das die Forschung, Entwicklung und Implementierung innovativer Technologien zur Nutzung von einheimischer Biomasse für die Wärmeversorgung zum Gegenstand hat.

Im Rahmen des grenzüberschreitenden, deutsch-polnischen EUFörderprogramms arbeiten der Lehrstuhl Kraftwerkstechnik von der BTU Cottbus und die Staatliche Fachhochschule Sulechów (PWSZ w Sulechowie) als Partner eng zusammen.

 

Das Interreg 4 A-Projekt verbindet Forschungsprojekt und Regionalentwicklungsprogramm in einem. So wurden am 24. Februar

2012 insgesamt zwei Vereinbarungen geschlossen:

  • ein Fördervertrag zwischen dem Ministerium für regionale Entwicklung Polen und der BTU Cottbus und
  • Kooperationsvertrag zwischen der BTU Cottbus und der Gemeinde Dissen-Striesow

 

Während der dreijährigen Projektlaufzeit soll vordergründig die energetische Verwertung von Reststoffen aus der Land- und Forstwirtschaft, die einen Heizwert aber keinen Nährwert besitzen, wissenschaftlich untersucht. Dazu gehören beispielsweise Heu, Stroh, Schalen oder Grünschnitt. Ebenso werden die Entwicklung optimierter Landnutzungssysteme wie auch die Verwertung von Bioasche als Dünger im Sinne einer Kreislaufwirtschaft untersucht.

Prof. Hans Joachim Krautz, Inhaber des Lehrstuhl Kraftwerkstechnik an der BTU Cottbus, betont die wissenschaftliche Herausforderung, die die Nutzung dieser bislang nicht genutzten Ressourcen bedeutet: „Die Verbrennung von biogenen Reststoffen ist wesentlich komplizierter als die von Holz, da der hohe Asche- und Chlorgehalt zu Verschlackung und Korrosion führt. Wegen der steigenden Holzpreise müssen wir uns aber dem Thema stellen.“ Für den Praxistest mit den hergestellten Biomischpellets wird im Spreeauenhof der Gemeinde Dissen im Laufe des Jahres ein 40 kWForschungskessel aufgestellt. Weitere Kessel der Größe 80 kW sind in einer Schule in Sława (Polen) und beim Förderverein „Kinder- und Jugend-Kanusport“ in Forst (Lausitz) geplant.

Die Wissenschaftler des Lehrstuhls Kraftwerkstechnik haben in den vergangenen Jahren ein beachtliches Technikum aufgebaut, das alle Geräte zur Verarbeitung und Verbrennung von Biofestbrennstoffen zur Verfügung stellt: Mit Mühlen, dem Trockner, einem Pelletierer, einem Brikettierer sowie mit den Siebmaschinen wird praktisch jeder Biofestbrennstoff soweit aufbereitet, dass er im lehrstuhleigenen Schubrostkessel verbrannt werden kann. Die wissenschaftliche Auswertung findet im Asche- und Brennstofflabor statt.

 

Weitere Informationen

Dipl.-Ing. (FH) Robert Guder, Wissenschaftlicher Mitarbeiter,

Lehrstuhl Kraftwerkstechnik, BTU Cottbus, Tel: (0355) 69- 36 95

 

Quelle: Presseinformation der BTU Cottbus (018/2012, 24.02.2012)

 


 

Juni 2011 - Probestudenten der BTU Cottbus besuchen die Spreeaue

 

Am 23.06.2011 waren 30 SchülerInnen der 11. und 12. Klassen von Gymnasien aus ganz Deutschland, Bulgarien und Polen im Rahmen des BTU-Probestudiums zu Gast. Das Probestudium informiert die Gymnasiasten über die an der BTU angebotenen Umwelt-Studiengänge und die guten Studienbedingungen. Insbesondere der Studiengang "Landnutzung und Wasserbewirtschaftung" hat starke Bezüge zur renaturierten Spreeaue.

 

 Rainer Dingethal gibt einführende Informationen.          Die Schüler schauen sich die neu gestaltete Fischtreppe an der Spree an.

 

Unter fachlicher Führung von Herrn Dingethal konnten die SchülerInnen bei ihrer dreistündigen Radtour durch das renaturierte Gebiet die Umgestaltung der Landschaft, die Einzelmaßnahmen und die Renaturierungserfolge auf beeindruckende Weise vor Ort kennenlernen. Frau Hotzler gab Auskünfte über die extensive Flächenbewirtschaftung mit den "Auerochsen" (Heck-Rinder), Tarpanen und Wasserbüffeln. Die Schüler waren begeistert von den Möglichkeiten einer gut geplanten Renaturierung und der Vielgestaltigkeit der entstandenen naturnahen Landschaft.

 

Die Fischtreppe.         

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Text: C. Land, Fotos: V. Strutzberg

 

Juni 2010 - Der Rinderzucht „Spreewald-Lausitz“ e.V. besuchte die Spreeaue

 

Der Rinderzucht- und Besamungsverein „Spreewald-Lausitz“ e.V. besuchte am 02.06.2010 die renaturierte Spreeaue im Bereich des Maiberger Bogens. Für das Unternehmen Vattenfall und den Verein „Naturkundezentrum Spreeaue“ e.V. übernahm  Rainer Dingethal , wie immer fachkundig und unterhaltsam erzählt, die Führung durch das Gelände. Die Vertreter der Landwirtschaftbetriebe folgten den Ausführungen interessiert.  Die vom Unternehmen Vattenfall als Kompensationsmaßnahme beauftragten und durch das Ingenieurbüro Gerstgraser realisierten Arbeiten, die zur Wiederherstellung einer intakten Flusslandschaft unternommen wurden und werden, fanden bei den Landwirten große Zustimmung.

Besondere Beachtung fanden die Lösungen zur Pflege des Extensivgrünlandes  mit Tieren, die für eine ganzjährige Weidehaltung geeignet sind. Im Beispiel der Spreeauenwiesen werden Auerochsen, Wasserbüffel und Tarpane gehalten. Für diese Pflegeleistungen sind Landwirtschaftsbetriebe besonders prädestiniert. Daher leiten sich auch Tätigkeitsfelder für die künftige Entwicklung der Agrarunternehmen nicht nur in der Spreeaue ab.

 

                             

 

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Text und Fotos: U. Günther

 

April 2010 - Ökocamp für Schüler im Rahmen des Projekts "Lebendige Elbe" vom 26.04. - 29.04.2010

 

Das Projekt „Lebendige Elbe“ ist Bestandteil der DUH-Initiative „Lebendige Flüsse“, in der derzeit mehr als 10 Flüsse und ihre Einzugsgebiete zusammengefasst sind. Das Ziel besteht darin, die rund 400 an der Elbe und ihren Nebenflüssen aktiven Gruppen zu vernetzen, um ein einheitliches Schutzkonzept für das Flusssystem Elbe zu entwickeln.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Umweltbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. So ist das Teilprojekt „Jugend für eine lebendige Elbe“ (Youth-4-Elbe) entstanden. Im Land Brandenburg werden seit über 10 Jahren von den beteiligten Schulen Jugendcamps als Jahreshöhepunkt organisiert.

 

Die Schüler unter einem Weidendom. Die Gruppe bei der Fahrt mit der Bimmelguste. Die Schülergruppe bei einer Kahnfahrt im Spreewald.

 

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In diesem Jahr fand das Brandenburger Elbe-Camp aus gegebenem Anlass an der Spree statt. An der Cottbuser Spree findet, finanziert von Vattenfall Europe, eine der größten Flussrenaturierungen in Deutschland statt. Hochinteressant für Schüler ist der Gegensatz der anthropogen geprägten Spree, wie sie zum Beispiel zwischen Fehrow und Burg noch als eintönige, strukturlose Wasserstraße zu sehen ist und den vielfältigen neuen Strukturen der Cottbuser Spree, wie sie im Verlaufe der Renaturierung durch das Ingenieurbüro Dr. Gerstgraser entstanden sind.

 

Zum Projekt „Jugend für eine Lebendige Elbe“ gehören auch Partnerschulen aus Tschechien. Dazu kamen 50 Schüler und ihre Betreuer aus verschiedenen Brandenburger Schulen, aus einer niedersächsischen Grundschule und auch aus einer tschechischen Schule. Sie alle erlebten in Führungen die renaturierte Spree und auch ihr Gegenstück, wurden in der Gemeinde Burg mit der Spreewaldregion und ihren Besonderheiten vertraut gemacht und vertieften in Arbeitsgruppen ihr Wissen. Vielleicht nehmen die Schüler die Vision der Wiedererschaffung von naturnahen Flüssen als erstrebenswertes und machbares Ziel mit in ihre Heimatregion und können darüber berichten, wie aus einem Stück Spree wieder ein wirklich lebendiger Fluss entsteht, der auch den dafür typischen Tier- und Pflanzenarten ein Lebensraum sein kann.

 

 Die Schüler bei der Präsentation ihrer Ausarbeitungen.

 

Die Schüler wurden am 27.04. von den Vereinsmitgliedern Dietmar Haufe und Rainer Dingethal einführend zu den verschiedensten Themengebieten durch die renaturierte Spreeaue geführt. Ihnen wurden unter anderem die Strukturen und Eigenschaften von natürlichen Fließgewässern an den bereits renaturierten Abschnitten der Spree gezeigt, im Kontrast dazu der Zustand der nicht-renaturierten Spree und die daraus resultierenden ökologische Folgen dieser anthropogenen Veränderungen. Weitergehend wurden ausgewählte Maßnahmen und ihre strukturelle und ökologische Auswirkungen erklärt. Etwas abseits des Teichgebietes, weiter entlang der Spree, konnten sich die Schüler ein Bild vom Umbau des bisherigen Waldes sowie vom Aufbau eines neuen Auenwaldes machen. Gleichzeitig konnten sie auch etwas über die ökologische Bedeutung erfahren. Als Abschluss wurde noch einmal kurz die Bewirtschaftung der Teiche sowie die extensive Beweidung der verschiedenen Spreeauenwiesen erklärt.

Am 28.04. konnten sich die Schüler entsprechend ihren Interessen für eine tiefergehende Bearbeitung eines dieser Themengebiete entscheiden.

So erklärte Mitglied und Teichwirt Christoph Junghanns noch einmal die Bewirtschaftung und die Besonderheiten der als Kompensation für die abgebaggerten Lakomaer Teiche angelegten Gewässer detaillierter. Ebenfalls ging er auf den Ablauf der Umsetzung der der Amphibien aus Lakoma in die Spreeaue ein und erläuterte, warum sich die Rotbauchunken-Populationen (Bombina bombina) in bewirtschafteten Fischteichen besonders gut entwickeln.

 

Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) Die Rotbauchunke (Bombina bombina) mit ihrer typischen Bauchfärbung.

 

Eine andere Gruppe beschäftigte sich unter Anleitung von Dietmar Haufe mit den ökologischen Auswirkungen der Spree-Renaturierung auf die Barbe (Barbus barbus). Diese ist die Leitart der Barbenregion eines Fließgewässers. Der Abschnitt wird durch eine ruhige Strömung, die jedoch an einzelnen Stellen turbulent sein kann, einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser, starke Temperaturschwankungen sowie Kiesablagerungen im Flussbett charakterisiert.

Die dritte Gruppen wurde von Melanie Schulze (von der Sielower Agrarbetrieb GmbH) durch die Spreeauen geführt. Sie ist dort für die Biotoppflege zuständig und konnte somit sehr genau den Schülern Auskunft über Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpane sowie das extensive Beweidungskonzept und dessen ökologische Bedeutung geben.

 

Die Gruppe bei der Befahrung des Spreeauen-Gebietes. Einiger Schüler bei der Strukturgütebestimmung an der Spree.

 

Text und Fotos: D. Haufe

 

März 2010 - 1. Regionaldialog Lausitz-Spreewald "Bildungsinitiative Klimawandel und Anpassungsstrategien" am 16.03.2010


Der Regionaldialog Lausitz-Spreewald ist eines von 24 Teilprojekten des Innovationsnetzwerks Klimaanpassung Brandenburg Berlin (INKA BB). Er stellt eine Kommunikationsplattform für alle teilnehmenden Akteure aus den Planungsregionen Lausitz-Spreewald und Uckermark-Barnim, denn hier ist INKA BB vorrangig aktiv, dar.

Im Rahmen dieses Teilprojekts sollen Bildungsprojekte zum Thema der "Klimaanpassung" geschaffen und der Wissensstransfer organisiert werden, d.h. Ergebnisse aus den INKA BB-Projekten werden allen Teilnehmern verfügbar sein. Gleichzeitig soll spezifisch auf die Bedürfnisse der Regionen eingegangen werden.

Neben INKA BB gibt es noch sechs andere KLIMZUG-Projekte, welche von 2008/09 - 2014 gefördert werden. KLIMZUG wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschug (BMBF) ins Leben gerufen, um die Entwicklung neuer Ansätze zur Klimawandel-Anpassung zu fördern, koordiniert wird es vom Zentrum für Agrarlandschaften- und Landnutzungsforschung GmbH (ZALF).

 

Weitere Informationen:

KLIMZUG - Klimawandel in Regionen - Informationsseite des BMBF

Übersicht über INKA BB beim BMBF

INKA BB

KLIMZUG bei der "Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald"


 

Exkursion im Spreeauengebiet am 27.05.2009

 

Der Vorstand des Vereins auf Exkursion im Spreeauengebiet
 
 
Foto: U. Günther
 

Mai 2009 - Internationaler Workshop "Der Fischotter im Spannungsfeld von Naturschutz und Infrastrukturplanung" vom 07. - 09.05.2009 in Dissen

Fischotterexperten aus vielen Ländern trafen sich zum Austausch in der Lausitz. Die Ausgleichsmaßnahmen, die im Zuge der Stilllegung von Teichen im Norden von Cottbus realisiert werden, sind ein eindrucksvolles Beispiel des Zusammenlebens von Mensch und Tier. Die 16 neuen Fischotterdurchlässe und Querungen sowie Wanderkorridore sind im Rahmen der Spreeauenrenaturierung bereits gebaut worden. Beobachtungen zeigen, dass das neue Gebiet von den Ottern angenommen wird.

 
                       
 
 
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Text und Fotos: U. Günther