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Radtour ab Burg/Spreewald - Zurück zur Natur

Diese geführte Radtour wird von dem Verein - Naturkundezentrum Spreeaue e.V. - mit Sitz in Dissen durchgeführt und mit freundlicher Unterstützung der Tourismusinformation des Amtes Burg/Spreewald angeboten.

 

Hinweise:

Anmeldung bis zum Vortag erwünscht unter

Telefon: +49 (0)35603 75016-0

 

Preise und Tickets, Treffpunkt:  

ab der Tourismusinformation in Burg/Spreewald. 

Am Hafen 6

03096 Burg/Spreewald

Telefon: +49 (0)35603 75016-0

 

Radführung Renaturierung
Route - Zurück zur Natur

Routenbeschreibung:

 

Die Dauer beträgt, inclusive Haltepunkte und Pausen,

etwa 4 - 5 Stunden und die Strecke ist insgesamt

40 km lang.

 

Festes Schuhwerk und lange Beinkleider sowie ein Fernglas sind zu empfehlen.

Wegen der teilweise unwegsamen Geländeabschnitte ist die Tour für Kinder unter 10 Jahren und Personen mit Mobilitätseinschränkungen nicht geeignet.

 

Die schwarzen Kreise hier links in der Routendarstellung markieren die Haltepunkte (HP) zwecks Begehung und Erläuterung  interessanter und anschaulicher Highlights der Tour.

 

HP Spreewaldbahn:

 

Wir fahren durch Burg vorbei am Bismarkturm in Richtung Norden entlang der ehemaligen Trasse der  Spreewaldbahn.

 

An der ehemaligen Bahnstation Schmogrow erkunden wir die Historie der Stecke und erfahren warum nach ca. 70 Jahren der Betrieb des Strecke Cottbus Straupitz im Jahre 1970 endgültig eingestellt wurde.

 

Bahnstation Schmogrow

HP Nordumfluter:

 

Weiter geht es zügig auf der "Deichautobahn" entlang der begradigten Spree in Richtung Peitz / Cottbus durch die Kulturlandschaft des Vorspreewaldes bis zur ersten Brücke (Burg - Schmogrow).

 

Leider ist am Flussbett kaum ein Tier zu entdecken, nur eine stark verarmte Vegetation ist erkennbar. Mit etwas Glück und mit Ferngläsern können wir uns mit einem Blick auf Reiher, Schwäne, Kiebitze, Seeadler, Fischadler....entschädigen.

 

 

Deichautobahn

HP Wehranlagen bei Schmogrow:

 

Das Flusskreuz und die Wehranlagen dienen hauptsächlich dem Hochwasserschutz. Sie verteilen und regulieren sowohl den Durchfluss im Spreewald-Kerngebiet als auch im Nordumfluter.

 

In jedem Abzweig bzw. Zufluss zur Hauptspree wurden in den letzten Jahren moderne Fischaufstiegsanlagen eingebaut, welche der Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit dienen.

 

 

Flusskreuzung mit 3 x FAA
westlich Fehrower Damm

HP westlich Fehrower Damm:

 

Nach etwa insgesamt 15 km beginnt an der Feldweg-Brücke ( Briesen / Schmogrow ) das Gebiet der Renaturierung mit der Rückverlegung des Hochwasserschutzdammes. Hier wird deutlich der Zustand vor und nach der Renaturierung sichtbar.

 

Alte Dammstrukturen wurden unterbrochen und neue unterschiedliche Flussarme wurden angelegt. Die damit verbundene weitläufige und abgestufte Vorlandabsenkung gewährleistet jetzt wieder regelmäßige Überflutungen und regte die Entstehung der für Bruchwälder typischen Vegetation an.

östlich Fehrower Damm Spreeblick

HP östlich Fehrower Damm:


Der Verlauf des neuen Hauptflussarms wurde künstlich geschaffen, indem der alte Flusslauf durch eine Überlaufschwelle, bei mittleren Wasserstand, abgesperrt wird. Mehrere Flussarme und Flutrinnen durchströmen jetzt einen teilweise neu entstandenen Auwald. Die weitläufige Flusswindung verlängert den Fluss und so verlangsamt sich die Hauptströmung auf natürliche weise ohne künstliche Querverbauung.

Sohlgleite Fehrower Damm

Die Windung endet mit einer fischdurchlässigen Sohlgleite und vereinigt sich mit dem alten beruhigten Fluss.

 

Auch an eine Kanugasse, welche parallel zur Sohlgleite in einer extra ausgebauten Rinne verläuft, wurde gedacht, um nicht nur die ökologische Durchlässigkeit sondern auch um gefahrlosen Wassersport zu fördern.

 

Biberrevier mit Burg

Diese Maßnahmen schufen unter anderem ein beruhigtes Laich- und Aufzuchtgewässer für vielfältige Fischarten sowie einen idealen Lebensraum und Rückzugsgebiet für den geschützten und recht scheuen Biber.

Aueroxen am Spreeblick

HP Spreeblick:

 

Wir erklimmen einen Hügel und haben einen weiten Blick auf einen mäanderförmigen Seitenarm der Spree außerhalb des südlichen Hochwasserdamms, welcher eine Grundwasseranhebung dieses Bereiches gewährleistet.

Durch die extensive Beweidung nur durch die Rinder erfolgt keine mehrmalige maschinelle Mahd im Jahr, was den wiesenbrütenden Vogelarten, z.B. dem seltenen  Braunkelchen zu Gute kommt.  Durch den Dung werden Insekten angezogen und bieten Vögeln, Fledermäusen und diversen Amphibien reichlich Nahrung.

alte Schwelle

HP Fehrower Schwelle:

 

Diese Querverbauung diente einst im begradigten Flussbett dem Rückhalt von Sedimentablagerungen und der Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit. 

 

Hier endet der Ausläufer des in Jahrtausenden vom Fluss geschaffenen Schwemmsandfächers. Die Flussgrundlinie und der recht trockene Auwald direkt hinter dem Damm südlich von der Schwelle liegen daher immer noch deutlich höher als die umliegenden feuchten Wiesen.

 

Hier klären wir weiter warum der Fluss begradigt wurde und welche Pläne es schon vor Hundert Jahren zum Ausbau, Schiffbarmachung und der Regulierung der mittleren Spree im Lausitzer Kohlerevier gab.,

Insel_Altarm_Mäander

HP Maiberger Bogen:

 

Aktive Naturfreunde erleben hautnah und teilweise zu Fuß direkt im feuchten oder sandigen Uferbereich, die wiederbelebten Fluss-Strukturen.

 

Im Maiberger Bogen finden wir künstliche Hindernisse wie Inseln oder Raubaumbuhnen, Altarm-Anschlüsse, Uferabbrüche, veränderte Flussgrundstrukturen, wie Kolkbildung, Rausche, Sohlgleite, diverse Kies- und Sedimentablagerungen. Die Gäste erfahren wie all diese Maßnahmen die Vielfalt der zurückgekehrten Tier- und Pflanzenarten beeinflusst haben.

 

 

Luftbild-Spreeaue- Teiche

HP Teichgebiet:

 

Eine Besonderheit im Renaturierungsgebiet der Cottbuser Spree ist die Anlage von Fischaufzuchtteichen in der Flussaue. Hier galt es einen naturschutzfachlichen Ausgleich für die Inanspruchnahme der Lakomaer Teiche durch das Bergbauunternehmen Vattenfall zu realisieren und entsprechende Ersatzlebensräume zu schaffen. 

Der Hauptgrund dafür liegt im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Fischaufzuchtteichen und dem Vorkommen der Rotbauchunke im ehemaligen Teichgebiet Lakoma. Gleichzeitig dienen die Teiche wie in Lakoma als Nahrungshabitat für den Fischotter und die Teichfledermaus.

HP Spreeauenhof - Dissen:

 

Weiter geht es Richtung Dissen auf den Spreeauenhof ins Café "Liska", wo sich unsere Gäste erstmal erfrischen und stärken können.

Mit einer kleinen Führung durch die naturkundlichen Ausstellungen auf dem Hofgelände beenden wir den offiziellen Teil der Führungen. 

 

Mitten im Dorf an der Kirche befindet sich die Gästeinfo Dissen. 

Dort können unsere Gäste den weiteren Tour-Verlauf individuell, z. Bsp. mit dem Besuch des Heimatmuseums, gestalten

oder mit dem Spreeauenführer vorbei an Storchennestern durch Wiesen und Wälder immer abseits vom Straßenverkehr zurück nach Burg radeln. 

Spreeauen-Ausstellung-Scheune
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Treff  Fahrradtour ab Dissen