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Ereignisse während der Renaturierung

 

September 2016 - Abfischen in der Spreeuaue


Endlich mal einen Fisch in der Hand halten! Normalerweise ist das gar nicht so einfach, da sie einem wegflutschen. Doch wenn 6 Männer einen 10 kg Eimer voll Karpfen gefüllt haben, braucht man einfach nur zuzugreifen.
Ich bekam die Möglichkeit, Herrn Junghanns und seinen Kollegen beim Abfischen zu „helfen“, denn eigentlich war ich nur da, um Fotos zu machen. Am 28. September wurde um 8 Uhr das Wasser aus dem Oberteich in der Spreeaue gelassen,
um die K1-Karpfen umzusiedeln. Obwohl es sehr kalt war, hatten alle - ich auf jeden Fall – Spaß dabei. Nach dem Einfangen mussten die Karpfen von anderen Fischarten getrennt werden, welche nichts in einem KARPFENteich zu suchen haben.
Es war interessant, die Fische unterscheiden zu können, welche ich auf einem Teller nicht wiedererkennen könnte. Die aussortierten Fische werden als Tierfutter weiterverarbeitet.
Im Endeffekt hatten wir eine reine Karpfenmasse von 200 kg gefangen, welche dann in den Musikantenteich umgesetzt wurden. Dort überwintern sie und dienen zusätzlich als Nahrung für den Fischotter.

Die Fischer bilden einen Halbkreis zur Uferseite hin und ziehen die Unterseite des Netzes am Boden entlang, während die andere Seite oben schwimmt.
Unter Wasser schwimmen die Fische in das Netz, ohne dass sie es merken und können nicht mehr fliehen. Dann wird die Unterseite aus dem Wasser gehoben.

Die Tiere sind nun eingefangen.

 

Folgende Fischarten wurden aussortiert (v.l.n.r.): Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) und Plötze (Rutilus rutilus, auch als Rotauge bekannt).

 

 

Da ich diesmal "nur" Fotos machte und den Fischern bei der Arbeit zusah, wurde mir angeboten, bei der nächsten Umsiedlung im April, selbst Hand anzulegen. 
Und ja! Warum nicht? Es ist eine Erfahrung wert und ich nutze jede Gelegenheit, der Natur ein Stück näher zu sein, auch wenn es bedeutet, im kalten Wasser zu stehen.


(Text und Bilder: Anna Roth, Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturkundezentrum Spreeaue e.V. in Dissen)

 

 

 

Oktober 2014 - Ulrike Finck interviewt Vereinsmitglied Peter Krause zur Spreeaue

 

Am 07.10.2014 besuchte die Wetterfee Ulrike Finck die Spreeaue. Bei der angekündigten Führung durch die Spreeaue mit 8 Gästen hat unser Vereinsmitglied Peter Krause auch die Journalistin über das Projekt informiert.

 

Hauptanliegen für die abendliche Wettervorhersage beim RBB waren zwar die Auerochsen, aber Peter Krause hat auch die Gelegenheit genutzt über die Teufelsskulptur, einschließlich der sagenhaften Bedeutung, und die Arbeit des Vereins zu informieren. Im lockeren Gespräch konnte auch über Naturschutz und Hochwasserschutz gesprochen werden.

 

 

Die neue Wetterstation auf der Streuobstwiese. (Foto: K. Strutzberg)

 

Dezember 2012 - Wetterstation im Spreeauenhof eingeweiht

 

Am 03. Dezember 2012 wurde, neben der neuen Pelletheizung auch die neue und hochmoderne Wetterstation vom Typ "Thies Clima" eingeweiht. Sie erfasst nun im Abstand von 15 Sekunden verschiedene Parameter, darunter unter anderem die Temperatur, Niederschlagsmenge, Windstärke und -richtung, Luftfeuchte, die Bodentemperatur in verschiedenen Tiefen und den Grundwasserpegel. Mit Hilfe dieser Daten erhofft sich auch das Unternehmen Vattenfall bzw. LEAG für die Zukunft grundlegende Erkenntnisse über die Auswirkungen der Renaturierung der Spreeaue nördlich von Cottbus. Daher konnte Vattenfall als Sponsor für die Wetterstation gewonnen werden, wofür sich der Verein Naturkundezentrum Spreeaue e.V. recht herzlich bedankt.

Weiterhin sollen die Daten über einen langen Zeitraum gesammelt und archiviert werden, so dass mehr und mehr Rückschlüsse auf die Folgen des Klimawandels für die Region gezogen werden können.

 

 

 

Juni 2011 - Probestudenten der BTU Cottbus besuchen die Spreeaue

 

Am 23.06.2011 waren 30 SchülerInnen der 11. und 12. Klassen von Gymnasien aus ganz Deutschland, Bulgarien und Polen im Rahmen des BTU-Probestudiums zu Gast. Das Probestudium informiert die Gymnasiasten über die an der BTU angebotenen Umwelt-Studiengänge und die guten Studienbedingungen. Insbesondere der Studiengang "Landnutzung und Wasserbewirtschaftung" hat starke Bezüge zur renaturierten Spreeaue.

 

Unter fachlicher Führung von Herrn Dingethal konnten die SchülerInnen bei ihrer dreistündigen Radtour durch das renaturierte Gebiet die Umgestaltung der Landschaft, die Einzelmaßnahmen und die Renaturierungserfolge auf beeindruckende Weise vor Ort kennenlernen. Frau Hotzler gab Auskünfte über die extensive Flächenbewirtschaftung mit den "Auerochsen" (Heck-Rinder), Tarpanen und Wasserbüffeln. Die Schüler waren begeistert von den Möglichkeiten einer gut geplanten Renaturierung und der Vielgestaltigkeit der entstandenen naturnahen Landschaft.

       

 

 

 

 

Oktober 2012 - Aussichtshügel in der Spreeaue eingeweiht

 

Nach mehreren Monaten Bauzeit ist die Spreeaue um eine Attraktion reicher: am 17. Oktober 2012 weihten Vertreter Vattenfalls und der Bürgermeister der Gemeinde Dissen-Striesow Fred Kaiser gemeinsam mit vielen Schaulustigen den neuen Aussichtshügel ein.

 

Besucher der Spreeaue können aus einer Höhe von ca. acht Metern ihre Blicke über die umliegende Landschaft und die neu angelegten Strukturen schweifen lassen.

Für den Hügel wurden ungefähr 30.000 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet. Dies entspricht etwa 3.000 LKW-Fuhren. Wäre der Bau des Aussichtshügels direkt vor Ort nicht möglich gewesen, hätten die Bewohner der umliegenden Dörfer diese 3000 Transporte verteilt über mehrere Wochen und Monate ertragen müssen.

 

Auf dem Aussichtshügel erwarten den Besucher nicht nur Sitzgelegenheiten zum Entspannen, sondern auch eine kleine (große) Attraktion und Referenz an die sorbisch-wendische Sagenwelt. Es ist eine riesige Holzskulptur, welche den Teufel mit einem Ochsengespann beim Pflügen darstellt. Der Sage nach rissen diese aus, so dass sie mit dem Pflug unkontrolliert durch die Landschaft preschten. So entstand der Spreewald mit den vielen großen und kleinen Fließen.

 

Die Skulptur wurde vom Cottbuser Holzkünstler Hans-Georg Wagner geschaffen. Als Material wählte er Eichenholz. Um die riesige Skulptur zu erschaffen, arbeitete er über fünf Monate jeden Tag bei Wind und Wetter in der Spreeaue. Insgesamt benötigte er ungeähr 15 Kubikmeter Holz, denn Skulptur ist immerhin drei mal sieben Meter groß.

 

 

Juni 2010 - Der Rinderzucht „Spreewald-Lausitz“ e.V. besuchte die Spreeaue

 

Der Rinderzucht- und Besamungsverein „Spreewald-Lausitz“ e.V. besuchte am 02.06.2010 die renaturierte Spreeaue im Bereich des Maiberger Bogens. Für das Unternehmen Vattenfall und den Verein „Naturkundezentrum Spreeaue“ e.V. übernahm Rainer Dingethal , wie immer fachkundig und unterhaltsam erzählt, die Führung durch das Gelände. Die Vertreter der Landwirtschaftbetriebe folgten den Ausführungen interessiert. Die vom Unternehmen Vattenfall als Kompensationsmaßnahme beauftragten und durch das Ingenieurbüro Gerstgraser realisierten Arbeiten, die zur Wiederherstellung einer intakten Flusslandschaft unternommen wurden und werden, fanden bei den Landwirten große Zustimmung.

Besondere Beachtung fanden die Lösungen zur Pflege des Extensivgrünlandes mit Tieren, die für eine ganzjährige Weidehaltung geeignet sind. Im Beispiel der Spreeauenwiesen werden Auerochsen, Wasserbüffel und Tarpane gehalten. Für diese Pflegeleistungen sind Landwirtschaftsbetriebe besonders prädestiniert. Daher leiten sich auch Tätigkeitsfelder für die künftige Entwicklung der Agrarunternehmen nicht nur in der Spreeaue ab.

 

 

 

 

April 2010 - Ökocamp für Schüler im Rahmen des Projekts "Lebendige Elbe" vom 26.04. - 29.04.2010

 

Das Projekt „Lebendige Elbe“ ist Bestandteil der einer Initiative der Deutschen Umwelthilfe, in der derzeit mehr als 10 Flüsse und ihre Einzugsgebiete zusammengefasst sind. Das Ziel besteht darin, die rund 400 an der Elbe und ihren Nebenflüssen aktiven Gruppen zu vernetzen, um ein einheitliches Schutzkonzept für das Flusssystem Elbe zu entwickeln.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Umweltbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. So ist das Teilprojekt „Jugend für eine lebendige Elbe“ (Youth-4-Elbe) entstanden. Im Land Brandenburg werden seit über 10 Jahren von den beteiligten Schulen Jugendcamps als Jahreshöhepunkt organisiert.

 

In diesem Jahr fand das Brandenburger Elbe-Camp aus gegebenem Anlass an der Spree statt. An der Cottbuser Spree findet, finanziert von Vattenfall Europe, eine der größten Flussrenaturierungen in Deutschland statt. Hochinteressant für Schüler ist der Gegensatz der anthropogen geprägten Spree, wie sie zum Beispiel zwischen Fehrow und Burg noch als eintönige, strukturlose Wasserstraße zu sehen ist und den vielfältigen neuen Strukturen der Cottbuser Spree, wie sie im Verlaufe der Renaturierung durch das Ingenieurbüro Dr. Gerstgraser entstanden sind.

 

Zum Projekt „Jugend für eine Lebendige Elbe“ gehören auch Partnerschulen aus Tschechien. Dazu kamen 50 Schüler und ihre Betreuer aus verschiedenen Brandenburger Schulen, aus einer niedersächsischen Grundschule und auch aus einer tschechischen Schule. Sie alle erlebten in Führungen die renaturierte Spree und auch ihr Gegenstück, wurden in der Gemeinde Burg mit der Spreewaldregion und ihren Besonderheiten vertraut gemacht und vertieften in Arbeitsgruppen ihr Wissen. Vielleicht nehmen die Schüler die Vision der Wiedererschaffung von naturnahen Flüssen als erstrebenswertes und machbares Ziel mit in ihre Heimatregion und können darüber berichten, wie aus einem Stück Spree wieder ein wirklich lebendiger Fluss entsteht, der auch den dafür typischen Tier- und Pflanzenarten ein Lebensraum sein kann.

 

Die Schüler wurden am 27.04. von den Vereinsmitgliedern Dietmar Haufe und Rainer Dingethal einführend zu den verschiedensten Themengebieten durch die renaturierte Spreeaue geführt. Ihnen wurden unter anderem die Strukturen und Eigenschaften von natürlichen Fließgewässern an den bereits renaturierten Abschnitten der Spree gezeigt, im Kontrast dazu der Zustand der nicht-renaturierten Spree und die daraus resultierenden ökologische Folgen dieser anthropogenen Veränderungen. Weitergehend wurden ausgewählte Maßnahmen und ihre strukturelle und ökologische Auswirkungen erklärt. Etwas abseits des Teichgebietes, weiter entlang der Spree, konnten sich die Schüler ein Bild vom Umbau des bisherigen Waldes sowie vom Aufbau eines neuen Auenwaldes machen. Gleichzeitig konnten sie auch etwas über die ökologische Bedeutung erfahren. Als Abschluss wurde noch einmal kurz die Bewirtschaftung der Teiche sowie die extensive Beweidung der verschiedenen Spreeauenwiesen erklärt.

Am 28.04. konnten sich die Schüler entsprechend ihren Interessen für eine tiefergehende Bearbeitung eines dieser Themengebiete entscheiden.

So erklärte Mitglied und Teichwirt Christoph Junghanns noch einmal die Bewirtschaftung und die Besonderheiten der als Kompensation für die abgebaggerten Lakomaer Teiche angelegten Gewässer detaillierter. Ebenfalls ging er auf den Ablauf der Umsetzung der der Amphibien aus Lakoma in die Spreeaue ein und erläuterte, warum sich die Rotbauchunken-Populationen (Bombina bombina) in bewirtschafteten Fischteichen besonders gut entwickeln.

 

Eine andere Gruppe beschäftigte sich unter Anleitung von Dietmar Haufe mit den ökologischen Auswirkungen der Spree-Renaturierung auf die Barbe (Barbus barbus). Diese ist die Leitart der Barbenregion eines Fließgewässers. Der Abschnitt wird durch eine ruhige Strömung, die jedoch an einzelnen Stellen turbulent sein kann, einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser, starke Temperaturschwankungen sowie Kiesablagerungen im Flussbett charakterisiert.

Die dritte Gruppen wurde von Melanie Schulze (von der Sielower Agrarbetrieb GmbH) durch die Spreeauen geführt. Sie ist dort für die Biotoppflege zuständig und konnte somit sehr genau den Schülern Auskunft über Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpane sowie das extensive Beweidungskonzept und dessen ökologische Bedeutung geben.

 

Text und Fotos: D. Haufe

 

März 2010 - 1. Regionaldialog Lausitz-Spreewald "Bildungsinitiative Klimawandel und Anpassungsstrategien" am 16.03.2010


Der Regionaldialog Lausitz-Spreewald ist eines von 24 Teilprojekten des Innovationsnetzwerks Klimaanpassung Brandenburg Berlin (INKA BB). Er stellt eine Kommunikationsplattform für alle teilnehmenden Akteure aus den Planungsregionen Lausitz-Spreewald und Uckermark-Barnim, denn hier ist INKA BB vorrangig aktiv, dar.

 

Im Rahmen dieses Teilprojekts sollen Bildungsprojekte zum Thema der "Klimaanpassung" geschaffen und der Wissensstransfer organisiert werden, d.h. Ergebnisse aus den INKA BB-Projekten werden allen Teilnehmern verfügbar sein. Gleichzeitig soll spezifisch auf die Bedürfnisse der Regionen eingegangen werden.

Neben INKA BB gibt es noch sechs andere KLIMZUG-Projekte, welche von 2008/09 - 2014 gefördert werden. KLIMZUG wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschug (BMBF) ins Leben gerufen, um die Entwicklung neuer Ansätze zur Klimawandel-Anpassung zu fördern, koordiniert wird es vom Zentrum für Agrarlandschaften- und Landnutzungsforschung GmbH.

 

 

 

 

Mai 2009 - Exkursion im Spreeauengebiet 27.05.2009

Foto: U. Günther

 

Exkursion der Vereinsmitglieder

 

 

Mai 2009 - Internationaler Workshop "Der Fischotter im Spannungsfeld von Naturschutz und Infrastrukturplanung" vom 07. - 09.05.2009 in Dissen

Fischotterexperten aus vielen Ländern trafen sich zum Austausch in der Lausitz. Die Ausgleichsmaßnahmen, die im Zuge der Stilllegung von Teichen im Norden von Cottbus realisiert werden, sind ein eindrucksvolles Beispiel des Zusammenlebens von Mensch und Tier. Die 16 neuen Fischotterdurchlässe und Querungen sowie Wanderkorridore sind im Rahmen der Spreeauenrenaturierung bereits gebaut worden. Beobachtungen zeigen, dass das neue Gebiet von den Ottern angenommen wird.

 

 

Text und Fotos: U. Günther